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Die US-Armee ist bei ihrer Militäroffensive im Süden Afghanistans nach eigenen Angaben teilweise auf erheblichen Widerstand der Taliban gestoßen. "Im südlichen Viertel des Sektors gibt es höllische Gefechte", sagte Kommandeur Larry Nicholson einem Journalisten der Nachrichtenagentur AFP, der die Truppen begleitet. Der US-Fernsehsender CNN berichtet unter Berufung auf Mitarbeiter des Pentagon von einem achtstündigen Gefecht zwischen Marineinfanteristen und Aufständischen. Die Soldaten hätten dabei auch Hubschrauberunterstützung angefordert.
[Bildunterschrift: US-Truppen sind bei ihrer Offensive teilweise auf Widerstand gestoßen - Marineinfanteristen in Helmand. ]
Dagegen hätten sich an anderen Orten die Taliban überwiegend zurückgezogen und lediglich schwachen Widerstand geleistet, teilte die Armee mit. Informationen über Opfer liegen zunächst nicht vor. Am Donnerstag waren ein US-Soldat getötet und mehrere verwundet worden. Über getötete Taliban machte das Pentagon keine Angaben.
Die US-Offensive "Khanjar" ("Schwerthieb") wird von der britischen Armee unterstützt. Hunderte britische Soldaten brachten nach Militärangaben wichtige Kanäle unter ihre Kontrolle, die die Schlafmohnfelder zur Opium-Produktion zerschneiden. Gleichzeitig sollte so die Bewegungsfreiheit der Aufständischen zwischen den beiden größten Städten in Helmand - Gereschk und Laschkar Gah - gekappt werden. Bei der britischen Operation, die bereits vor zwei Wochen begonnen hatte, war gestern ein Oberstleutnant der "Welsh Guards" getötet worden. Es war der ranghöchste britische Offizier seit dem Falklandkrieg 1982, der bei einem Militäreinsatz ums Leben kam.
[Bildunterschrift: Menschen stehen in den Trümmern eines Hauses, das bei einem US-Luftangriff im Nordwesten Pakistans zerstört wurde. ]
Unterdessen sollen bei einem Luftangriff im benachbarten pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet zehn Menschen getötet worden sein. Alle Opfer des Drohnenangriffs sollen radikal-islamische Extremisten gewesen sein. Süd-Waziristan gerät zunehmend ins Visier der amerikanischen und pakistanischen Streitkräfte, auch weil dort der pakistanische Taliban-Führer und Al-Kaida-Verbündete Baitullah Mehsud vermutet wird. Auch die pakistanische Armee hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrere Luftangriffe in der Region geflogen.
Das US-Militär teilte mit, Ziel von "Khanjar" sei es, der Bevölkerung in Orten entlang des Helmand-Flusses Sicherheit zu bringen und den Einfluss der Kabuler Regierung in der Gegend wieder herzustellen. Zudem sollten in der Region stabile Bedingungen für die Präsidentschaftswahl am 20. August geschaffen werden.
Amerikanische Truppen hatten ihre erste Großoffensive gegen die Taliban seit dem Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama am Donnerstag begonnen. Daran nehmen nach Pentagon-Angaben knapp 4000 US-Marineinfanteristen und 650 afghanische Sicherheitskräfte teil. Bei der Militäroperation handelt es sich um auch einen ersten Test für den neuen US-Kommandeur in Afghanistan, Stanley A. McChrystal, der als Experte der sogenannten Aufstandsbekämpfung gilt. Obama hatte immer wieder erklärt, der Kampf gegen die Taliban habe für ihn oberste Priorität.
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