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Der Kandidatur von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi bei den Nachwahlen in Myanmar steht nichts mehr im Wege: Die Wahlkommission genehmigte nun ihre Teilnahme. Da sich die gesamte Opposition hinter der charismatischen Politikern versammelt, rückt ihr Sieg in greifbare Nähe.
Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Südostasien, zurzeit in Myanmar
Unermüdlich ist Aung San Suu Kyi - die Lady, wie sie in Myanmar, dem früheren Birma genannt wird - unterwegs. Wo sie auch ist, drängen sich Menschenmengen am Straßenrand. Wenn es jemanden gibt, der die Zukunft des Landes verkörpert, dann ist es die 66-Jährige.
Am 1. April finden die Nachwahlen statt und auch wenn "nur" 48 Sitze im Parlament zu vergeben sind: Für die Oppositionsführerin und ihre Nationale Liga für Demokratie ist es der erste Test seit mehr als 20 Jahren. Dass er erfolgreich verlaufen wird, bezweifelt in Myanmar niemand.
Aung San Suu Kyi legt Hunderte Kilometer zurück. Sie ist selber in den vergangenen 20 Jahren kaum aus Rangun herausgekommen, da sie die meiste Zeit unter Hausarrest stand. In Myaing, rund 250 Kilometer von Rangun entfernt, besucht sie ein Aids-Projekt und spricht zu einer fast unüberschaubaren Menge: "Es ist wichtig, mit möglichst vielen Menschen zu sprechen, um alle zu verstehen. Ich brauche die Hilfe aller, um dies zu schaffen."
Nicht immer kann sie mit allen sprechen. Ihren Auftritt in Mandalay muss sie absagen, die Behörden wollen ihr das große Fußballstadion trotz ursprünglicher Zusage doch nicht zur Verfügung stellen. Sie ist eben eine zu ernst zu nehmende Gegnerin. Hinter Aung San Suu Kyi vereint sich die gesamte Opposition Myanmars, etwa die Studentenführer von 1988, die gerade erst aus dem Gefängnis entlassen wurden. Einer von ihnen ist Ko Ko Gyi: "Die Nachwahlen sind Chance und Herausforderung zugleich. Es ist auch eine Herzensentscheidung, teilzunehmen, und wir unterstützen Aung San Suu Kyi."
Und auch Zeya Thu, stellvertretender Chefredakteur der unabhängigen Wochenzeitung "The Voice" ist sich sicher, dass die Opposition für lange Zeit geeint bleiben wird und dass es an der Spitze nur Aung San Suu Kyi geben kann: "Meiner Meinung nach wird sie mit einem Erdrutschsieg diese Nachwahlen gewinnen."
Den Wandel zur Demokratie verspricht Aung San Suu Kyi immer wieder - und dass sie die von den Militärs geschriebene Verfassung von 2008 ändern will. Wie kann die Politik der Nationalen Liga für Demokratie (NLD), der Partei der Friedensnobelpreisträgerin aussehen, wenn die Parlamentssitze gewonnen sind und die Bühne Parlament erklommen ist? U Thein Oo ist der Patron der NLD, der Strippenzieher hinter Aung San Suu Kyi. Das Parlament werde nur ein Feld sein, sagt er: "Aung San Suu Kyi spricht zwar mit Präsident Thein Sein, sie weiß aber nicht, ob sie mit der Regierung zusammenarbeiten kann. Ihre Rolle wird die einer Oppositionsführen sein, notfalls auch wieder außerhalb des Parlaments."
Der über 80-Jährige sitzt in einem kleinen Büro im ersten Stock des schmalen Parteigebäudes der Nationalen Liga in Rangun. Hier wird auch über die Zukunft Myanmars entschieden, und hier, in diesem kleinen Büro mit den fast blinden Scheiben fehlt es fast noch an allem. Das Hauptquartier der führenden Oppositionspartei Myanmars ist ein Symbol für den langen Weg, den das Land zurückzulegen hat.
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