Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

30.07.2010

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
  • VideoLivestream.tagesschau 02:50 Uhr
  • Videotagesschau24.
  • VideoLetzte Sendung.tagesthemen 22:30 Uhr
Inhalt
Ausland
Nordkorea testet abermals Kurzstreckenraketen
Erneut Tests an nordkoreanischer Ostküste

Pjöngjang testet wieder seine Raketen

Was steckt hinter den neuen nordkoreanischen Raketentests? Ist das Säbelrasseln des kommunistischen Regimes mehr als ein letztes Aufbäumen, bevor es demnächst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt? Ein Versuch, die Fakten und die besondere nordkoreanische Raketendiplomatie zu erklären.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

Nach Wochen des Stillhaltens hat sich Nordkorea zu einer erneuten Provokation entschieden. Am Abend Ortszeit feuerte das kommunistische Land nach Angaben eines Sprechers des südkoreanischen Verteidigungsministeriums insgesamt vier Kurzstreckenraketen ab.

Unbestätigten Angaben zufolge soll es sich dabei um Boden-Schiffs-Raketen gehandelt haben, die etwa 100 Kilometer östlich der nordkoreanischen Hafenstadt Wonsan ins Meer gefallen seien.

Start einer nordkoreanischen Rakete (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nordkoreanische Raketentests - mehr als ein letztes Aufbäumen, bevor man wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt? ]
Mit den Tests verstößt Nordkorea klar gegen die am 12. Juni verabschiedete UN-Resolution 1874. Nach dem Test eines zweiten atomaren Sprengsatzes am 25. Mai hatte der UN-Sicherheitsrat Nordkorea einhellig verurteilt und ein Ende des Nuklear- wie Raketenprogramms gefordert. Nordkorea hielt sich daraufhin mit weiteren Provokationen zurück.

Allerdings hatte die nordkoreanische Armee die Ostküste vom 25. Juni bis 10. Juli zwischen 8 Uhr Morgens und 8 Uhr Abends zum militärischen Sperrgebiet erklärt, und es war in Japan sowie Südkorea mit weiteren möglichen Raketentests gerechnet worden.

Der Zeitpunkt heute könnte damit zusammenhängen, dass die USA einen nordkoreanischen Frachter beobachten, der möglicherweise Waffen transportiert.

Affäre um nordkoreanischen Frachter

Nach der UN-Resolution 1874 ist jedes Mitgliedsland aufgefordert bei Verdacht, das entsprechende Schiff zu durchsuchen, wenn es in den eigenen Hoheitsgewässern vor Anker geht. Im staatlichen nordkoreanischen Fernsehen wurde vor einiger Zeit deutlich vor einem solchen Schritt gewarnt.

Damals verlas eine Ansagerin diesen Text: "Eine versuchte Blockade durch die USA oder ihre Gehilfen wird von Nordkorea als eine kriegerische Handlung angesehen, die eine entschiedene Antwort heraufbeschwören wird."

Dennoch scheint die harte Haltung der internationalen Staatengemeinschaft Erfolg zu haben. Denn der nordkoreanische Frachter wendete inzwischen und scheint Kurs auf seinen Heimathafen zu nehmen.

Zeitlicher Zusammenhang mit Wirtschaftsgesprächen

Die USA haben zudem den wirtschaftlichen Spielraum des kommunistischen Landes weiter eingeengt. Auch wenn humanitäre Hilfsprojekte davon ausgenommen sind, musste das Welternährungsprogramm der Uno vor kurzem seine Nahrungsmittellieferung nach Nordkorea drastisch reduzieren, da internationale Spenden ausbleiben.

Die neuen Raketentests kamen nur wenige Stunden, nachdem ein Gespräch zwischen den beiden koreanischen Staaten über die Zukunft der Sonderwirtschaftszone Kaesong erfolglos zu Ende gegangen war.

Südkoreanische Soldaten beobachten Nordkorea. (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Alltag an der Grenze zwischen zwei verfeindeten Staaten: Südkoreanische Soldaten beobachten die nordkoreanische Seite. ]
Die Länder befinden sich offiziell noch im Kriegszustand und Südkoreas Präsident Lee Myung Bak hat im Gegensatz zu seinen Vorgängern eine harte Haltung gegenüber dem Nachbarn eingenommen.

Der Druck auf den angeblich gesundheitlich angeschlagenen autoritären nordkoreanischen Führer Kim Jong Il wird dadurch immer größer.

In diesem Zusammenhang sind die jüngsten Tests der nordkoreanischen Kurzstreckenraketen vielleicht eine Art Aufbäumen, ehe das Land an den Verhandlungstisch zurückkehren muss.

Stand: 02.07.2009 15:48 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW