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10.03.2010

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Nordkorea testet erneut Raketen
Wieder Tests an nordkoreanischer Ostküste

Nordkorea setzt auf Provokation

Nordkorea setzt deutliche Zeichen: Erneut feuerte die Armee des kommunistischen Landes mehr als ein halbes Dutzend ballistischer Testraketen ab. Das teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium mit. Es seien sieben Raketen in Richtung Japanisches Meer abgeschossen worden.

Die Raketen hätten wahrscheinlich eine Reichweite von 400 Kilometern, sagte ein Sprecher. Der südkoreanische Rundfunksender KBS berichtete unter Berufung auf Militärkreise, dass es sich um ballistische Kurzstreckenraketen des Typs Scud gehandelt haben könnte. Es werde jedoch nicht ausgeschlossen, dass Nordkorea auch Mittelstreckenraketen des Typs Rodong getestet habe, die Japan erreichen können. Deren Reichweite von 1000 bis 1400 Kilometern könnte für die Testreihe gekürzt worden sein.

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Neue Spannungen befürchtet

Mit dem erneuten Raketentest innerhalb nur weniger Tage nehmen die Spannungen in der Region zu. Erst am Donnerstag hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben vier Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die an der Ostküste der koreanischen Halbinsel erprobten Waffen verfügten über eine Reichweite von etwa 100 Kilometern.

In südkoreanischen Regierungskreisen wurden die Raketentests als Provokation anlässlich des Unabhängigkeitstages der USA am heutigen 4. Juli gewertet. Auch am 4. Juli 2006 hatte Nordkorea eine Langstreckenrakete von Typ Taepodong-2 und andere ballistische Raketen getestet.

Russland und China wollen neue Sechser-Gespräche

Russland und China forderten Nordkorea auf, die sogenannten Sechser-Gespräche wieder aufzunehmen. Beide Länder seien überzeugt, das es im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm "keine Alternative" zu den Verhandlungen der Sechser-Gruppe gebe, erklärte das russische Außenministerium nach Konsultationen mit China. Die Gespräche seien ein "wirksames Instrument zur Lösung des nuklearen Problems". Der Sechser-Gruppe gehören Nord- und Südkorea, Russland, China, die USA und Japan an.

Pjöngjang hatte im April seinen Rückzug aus den Sechser-Gesprächen über eine Beendigung seines Atomprogramms verkündet und gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) beendet, nachdem der UN-Sicherheitsrat den Test einer Langstreckenrakete verurteilt hatte.

Japan und Großbritannien verurteilen Tests

Start einer nordkoreanischen Rakete (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Nordkorea testet offenbar wieder Raketen. ]
Auch Japan bezeichnete die jüngsten Raketentests als "Akt der Provokation". Nordkorea habe damit einer Resolution des UN-Sicherheitsrates zuwidergehandelt, erklärte Japans Regierungssprecher Takeo Kawamura. Der britische Außenminister David Miliband kritisierte die Tests ebenfalls als Provokation. Die Führung in Pjöngjang habe damit gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstoßen.

Wegen eines Atomtests im Mai hatten die Vereinten Nationen gegen das isolierte Land Sanktionen verhängt. So wurden alle Waffenexporte Nordkoreas und die meisten Waffenimporte unterbunden.

Stand: 04.07.2009 22:36 Uhr
 

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