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20.11.2008
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Der designierte Grünen-Bundesvorsitzende Özdemir (Foto: dpa)
Nach Schlappe in Baden-Württemberg

Özdemir gibt nicht auf

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hält an seiner Kandidatur für den Parteivorsitz fest. "Ich werde auf der kommenden Bundesdelegiertenkonferenz in Erfurt für das Amt des Bundesvorsitzenden kandidieren", teilte Özdemir mit. Er war am Wochenende zweimal mit dem Versuch gescheitert, einen aussichtsreichen Platz für die Bundestagswahl auf der Liste der baden-württembergischen Grünen zu erreichen. Damit wird er 2009 nicht in den Bundestag einziehen.

"Es lohnt sich zu kämpfen"

Das Amt sei eine große und spannende Aufgabe, die er "mit ganzer Kraft und Entschlossenheit" anstrebe, so Özdemir. Er habe in seinem politischen Leben gelernt, "dass es sich lohnt zu kämpfen und sich von Rückschlägen nicht beirren zu lassen". Er betonte, sich des Risikos seiner Kandidatur in Baden-Württemberg bewusst gewesen zu sein.

Ausdrücklich bedankte er sich für die Unterstützung aus der Partei nach der doppelten Wahlschlappe vom Wochenende. Dieser Zuspruch habe ihm deutlich gemacht, dass sich die Abstimmung nicht gegen ihn und seine Bewerbung für den Parteivorsitz gerichtet habe. Er selbst habe das Bundestagsmandat "zu keinem Zeitpunkt als Bedingung" mit seiner Kandidatur verknüpft.

Zuspruch von führenden Grünen

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast (Archvibild) (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Grünen-Fraktionschefin Künast sieht Özdemir als künftigen Parteivorsitzenden nicht geschwächt. ]
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, hatte den designierten Parteivorsitzenden Özdemir zuvor bereits aufgefordert, trotz der überraschenden Niederlage an seiner Kandidatur für die Parteispitze festzuhalten. "Ich wünsche mir, dass Özdemir noch eine Nacht drüber schläft und am Ende zu dem Ergebnis kommt, dass er die Partei führen möchte", hatte Künast der "Berliner Zeitung" gesagt. Sie glaube nicht, dass er durch die Niederlage in Baden-Württemberg als Parteivorsitzender geschwächt sei.

Trotzdem äußerte Künast Verständnis für die Delegierten des Grünen-Landesparteitags, die Özdemir zweimal durchfallen ließen: "Es ist müßig, jetzt nachträglich über die Delegierten zu schwadronieren. Sie haben von ihrem demokratischen Recht zu wählen Gebrauch gemacht."

Bütikofer bestärkt seinen designierten Nachfolger

Auch Reinhard Bütikofer, den Özdemir Mitte November als Parteivorsitzender beerben soll, hatte diesen bestärkt, an seiner Kandidatur festzuhalten. Wer wie Özdemir "als Kind einer Arbeiterfamilie mit Migrationshintergrund gestartet" sei und sich "so weit vorgearbeitet" habe, lasse sich "von so etwas nicht so leicht aus der Bahn werfen".

Stand: 13.10.2008 12:54 Uhr
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