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Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen aus dem Jahr 2007 vorgelegt. Demnach fanden die Experten im Öl jeder vierten Fischkonserve überhöhte Werte der krebserregenden Substanz Benzopyren. Die beanstandeten Fischprodukte stammten fast ausschließlich aus dem Baltikum.
[Bildunterschrift: Gemüse in einer Lebensmittelauslage: Gesundheit in Gefahr? ]
Auch Sprossen und Keimlinge sowie zerkleinert verkauftes Obst und Gemüse enthielten vielfach Bakterien und Fäkalkeime. Das teilte das Bundesamt in Berlin mit, das mehr als 28.000 Proben von Lebens- und Gebrauchsmitteln untersuchen ließ, von denen ein erhöhtes Risiko für Verbraucher ausgehen kann.
Obst und Gemüse im deutschen Handel sind weiter stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. Besonders bei Tomaten, Kopfsalat, Erdbeeren und Äpfeln wurden 2007 viele und teils auch hohe Rückstände gefunden. Die Auswertung der Lebensmittelproben hätten bei einigen Proben so hohe Belastungen ergeben, dass "bei einmaligem Verzehr gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht auszuschließen sind", so das Bundesamt. Über den gesetzlich vorgeschriebenen Höchstmengen lagen bei Kopfsalat zehn Prozent, bei Erdbeeren rund drei Prozent der Proben. Bei Äpfeln hätten sich die Überschreitungen der Höchstmengen im Vergleich zu 2004 halbiert und zwar auf 7,3 Prozent. Beim Obst waren Früchte aus Südamerika besonders stark belastet, heimisches Obst hingegen kaum.
[Bildunterschrift: Äpfel sind innerhalb der Grenzwerte stark mit Pflanzenschutzmitteln belastet. ]
Handel und Erzeuger müssten sich stärker anstrengen, um die Rückstandsgehalte von Pflanzenschutzmitteln und Nitrat zu verringern. Denn beängstigend hoch ist die Zahl der Lebensmittel, die innerhalb der Grenzwerte belastet ist. An 87 Prozent der kontrollierten Äpfel fanden die Prüfer Rückstände von Pflanzenschutzmitteln, auch bei 80 Prozent der Tomaten habe man solche Spuren gefunden, berichtete der Leiter des Bundesamtes, Helmut Tschiersky-Schöneburg.
Sorgen bereite auch, dass 54 Prozent der Proben mehrfach belastet waren. Maximal seien 21 unterschiedliche Stoffe gefunden worden. "Wir wissen nicht, ob sich die Wirkung potenziert, wenn mehrere dieser Mittel zusammen vorkommen", erklärte Tschiersky-Schöneburg. Dazu werde derzeit auf europäischer Ebene geforscht.
Im Getränkebereich sieht es nicht besser aus: Fast 40 Prozent der untersuchten Erfrischungsgetränke enthielten Benzol. Der als krebserzeugend und keimzellschädigend wirkende Stoff kann entstehen, wenn Getränken, die Ascorbinsäure (Vitamin C) enthalten, der Konservierungsstoff Benzoesäure zugesetzt wird. Die Aufnahme des Stoffs sollte grundsätzlich vermieden werden. Das Bundesamt forderte die Industrie auf, die Rezeptur ihrer Erfrischungsgetränke zu überprüfen.
Insgesamt sei die Zahl der Proben mit Überschreitung der Höchstmenge zwar im Vergleich zu 2004 leicht zurückgegangen, hieß es. Gleichzeitig habe man aber auch weniger komplett unbelastete Produkte auf dem deutschen Markt gefunden. "Hier kann der Verbraucher Druck ausüben, indem er Bio-Waren kauft", appellierte Tschiersky-Schöneburg. Für das repräsentative Lebensmittel-Monitoring wurden 4955 Proben aus dem Handel, von Erzeugern oder Importeuren untersucht.