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14.03.2010

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Wirtschaft
Gutscheine sollen Japans Wirtschaft ankurbeln
Gutscheine fördern Japans Konsum

Schnäppchenjagd in Spielhalle und Supermarkt

Japans Wirtschaft steckt in der Rezession. Die Konsumenten sparen. Um das zu ändern, locken viele Städte mit Gutscheinen. Sie gelten für Sushi genauso wie für Computerspiele. Die Kunden nutzen die Aktion, doch den Unternehmen hilft sie wenig.

Von Peter Kujath, ARD-Hörfunkstudio Tokio

"Etwa drei Kunden bezahlen pro Tag mit den Gutscheinen", erzählt Blumenhändler Kaneo Oikawa. Es seien Leute, die schon immer für Blumen Geld ausgegeben hätten. Es gebe aber "keinen, der in unseren Blumenladen gekommen ist, nur weil er jetzt mit den Gutscheinen einkaufen kann".

Für 11.000 kaufen, nur 10.000 bezahlen

Japaner in einer Spielhalle in Tokio (Foto: picture-alliance/ dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Gutscheine gelten in vielen Geschäften bis hin zu den beliebten Spielhallen. ]
Kaneo Oikawa ist Florist in der kleinen Stadt Asaka im Nordwesten Tokios. Der Ort mit rund 130.000 Einwohnern folgte einem generellen Trend in Japan und verkaufte vom 30. Mai an kleine Hefte mit 22 Gutscheinen zu je 500 Yen. Das besondere daran: Der Wert beträgt 11.000 Yen, man muss aber nur 10.000 Yen dafür bezahlen, umgerechnet 70 Euro. Die restlichen 1000 Yen steuerte in diesem Fall die Stadt Asaka bei. In anderen Fällen übernimmt den Betrag die örtliche Handelskammer oder man teilt sich die Kosten. Überall im Land gibt es solche Aktionen, deren Ziel es ist, die Menschen zu animieren, mehr Geld vor Ort auszugeben.

"Ich betreibe ja nur ein kleines Lokal. Deswegen bin ich froh, wenn bereits zwei oder drei Paare wegen der Gutscheine zum ersten Mal hierher kommen", sagt Yukihiro Shibata. "Vielleicht werden sie ja Stammkunden und das Ganze hat sich gelohnt." Deshalb hoffe er auf eine Fortsetzung der Gutschein-Aktion.

"Wirtschaftliche Lage ist schlecht"

Yukihiro Shibata ist der Chef eines japanischen Lokals am Bahnhof von Asaka. Noch hat er nicht das Gefühl, dass die Menschen wegen der Gutscheine häufiger zu ihm zum Essen kommen oder mehr konsumieren. Als Bezahlung für das Mittagessen würden sie kaum genutzt. Das geschehe eher abends, wenn die Ausgaben höher seien. "Die wirtschaftliche Lage ist einfach schlecht. Auf den ersten Blick mag es vielleicht nicht den Anschein machen, aber unser Umsatz ist seit dem Frühling vorigen Jahres um zehn Prozent gesunken", berichtet Yukihiro Shibata.

Die wirtschaftlich schwierige Situation hat die Menschen in Japan vorsichtiger werden lassen. Größere Ausgaben schieben sie auf. Wo immer ein Schnäppchen zu machen ist, bilden sich Schlangen. Dementsprechend waren die Gutscheine auch schnell ausverkauft. Nach Angaben des japanischen Innenministeriums haben bereits mehr als 1000 Städte und Gemeinden solche Aktionen mit einem Rabatt von zehn bis 20 Prozent durchgeführt. Ein Ort im Norden auf Hokkaido hält den Rekord mit 67 Prozent Ersparnis beim Kauf von Gutscheinen.

Jede Sparmöglichkeit nutzen

Frau im japanischen Supermarkt (Foto: picture-alliance / dpa/zb) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Viele Japaner nutzen die Gutscheine für alltägliche Einkäufe. ]
"Ich habe Gutscheine gekauft, weil ich einfach jede Sparmöglichkeit nutzen muss", erklärt Hiromi Okajima, eine alleinerziehende Mutter in Asaka. Jede Einwohnerin durfte hier Gutscheine im Gegenwert bis zu 50.000 Yen kaufen, umgerechnet etwa 350 Euro. "Ich benutze die Gutscheine bei den Supermärkten in Asaka, bei denen ich immer einkaufe, oder bei den Restaurants am Bahnhof."

Bis zum 30. September müssen die Gutscheine eingelöst werden. Rund 2000 Läden vom Konbini über die Buchhandlung, vom sakana-ya, der Fischhandlung, bis hin zum Krankenhaus oder der Pachinko-Spielhalle nehmen daran teil - beinahe alle Geschäfte in Asaka. Doch wenn man sich die jüngsten Zahlen über das Konsumverhalten der Japaner anschaut, scheinen diese Maßnahmen bisher nur begrenzten Erfolg zu haben. Im Mai dieses Jahres stiegen die monatlichen Ausgaben zwar erstmals seit Januar 2008 wieder an - aber lediglich um 0,3 Prozent.

Stand: 03.07.2009 20:31 Uhr
 

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